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23 November 2009 @ 09:59 pm
Weisst du, ich denke mir dann doch oft, wie es hätte sein können, wie es anders gekommen wäre. Wenn das Band zwischen uns stärker gewesen wäre, wäre dies vielleicht nicht passiert. Vielleicht hätte ich ihn halten können, davon abhalten können, fortzugehen. Wenn ich stärker gewesen wäre, ihm eine Stütze gewesen wäre, vielleicht hätten wir beide das irgendwie zusammen durchstehen können. Vielleicht wäre er dann noch bei mir. Stattdessen angesichts seines Weggangs die Einsicht schwarz auf weiss: Uns hat von Anfang an nichts verbunden. Es mag nicht an mir gelegen haben, dass er sich dazu gezwungen sah, wegzugehen - aber ebenso wenig wäre er wegen mir geblieben. Mein Dasein hatte keinen Einfluss auf seine Entscheidung, ich war nicht Teil der Welt, die für ihn relevant war. Ich war kein Faktor, kein Grund, der ihn zum Bleiben bewegte, egal, was zwischen uns war. Und weil es so beschämend ist, dass ich ihm trotz allem in dieser Hinsicht nichts - oder zumindest nicht genug - bedeutete, wünsche ich mir beizeiten fast, wir wären wieder Fremde, die einander nicht näher kennen. Dann wäre es auch nicht so schlimm, dass ich so schwach war. Dann wäre es nicht so beschämend, ihm entgegenzutreten.
 
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22 November 2009 @ 06:28 pm
Geht einfach nicht, sorry.
 
 
 
: angry
 
 
22 November 2009 @ 06:01 am
Langeweile, in Gedanken bei 5 Centimeters per Second... )

Wir sind ja doch ständig in Bewegung, rastlos, halten immer nach irgendetwas Ausschau, selbst wenn uns nicht bewusst ist, was dieses Etwas sein sollte, selbst wenn es nicht zu fassen ist... Und weil wir stets auf der Suche sind, den Blick dabei nach vorne gerichtet, ist es einfach, Dinge hinter sich zu lassen, sie aus den Augen zu verlieren. Man dreht sich nun mal nicht oft um, will keine Zeit verlieren, Zeit, in der man sucht. Was wir zurücklassen... bleibt verschwommen im Gedächtnis, wird irgendwann in ferner Zukunft bei Gelegenheit wieder hervorgekrammt, meist per Zufall in die Hände fallend - und ebenso schnell wieder auf die Seite gelegt. Was will man mit Erinnerungen. [blablabla Dies ist nicht wirklich als Text gedacht.]
 
 
 
: restless
 
 
19 November 2009 @ 09:57 am
Wie komisch. Kaum lässt man sich ein wenig gehen, kommt auch schon etwas derart Merkwürdiges auf einen zu, ohne dass man wirklich sagen kann, was es denn genau war. Im Schlaf wird wohl weniger in Bildern als durch Gefühle vermittelt; ich weiss nicht, wer es war, dem mein Blick galt, aber nach dem Aufwachen dann doch: Ich denke, ich träumte, wir stehen uns nah. Vermutlich rührt das lediglich von meinem ausgelassenen Gemüt die Tage, dem Hang zum Verspielten; ich sage ja selbst, dass ich mich geradezu anbiedere - und das dann nicht etwa, weil mir wirklich etwas daran liegt, sondern weil ich, von Neugier getrieben, Reaktionen provozieren möchte. Ich komme mir dann und wann wirklich vor wie eine [], die einen umgarnt und sich einschmeichelt, wenn es ihr gerade passt, dann aber genauso schnell von einem ablässt - und überhaupt ist sie dann nie da, wenn man sie braucht. Gut möglich, dass dieses Verhalten wieder zu unerfreulichen Momenten führen wird, da ich mich dem Anschein nach nicht so gebe, wie es in meinem Innern aussieht, dazu, dass das Sichtbare um einiges intensiver ist als das, was sich unter der Oberfläche tatsächlich verbirgt - oder, wie er es sagte: Ich erscheine "zu warm". Vielleicht ist es eher vertretbar, wenn ich die Gewissheit habe, dass der Gegenüber darüber im Klaren ist, dass ich bloss herumalbere, und mich daher im Vornherein nicht ernst nimmt, aber was heiklere Gemüter betrifft... Ich sollte aufhören, mit anderer Gefühle zu spielen, nur, weil ich nicht weiss, woran ich bei mir selbst bin.
 
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: okay
 
 
14 November 2009 @ 09:50 am
Ach, Raphael, es ist schon weit nach Neun und der Nebel liegt immer noch so dicht über den Wiesen, hängt über den Dächern der Häuser, schleicht sich langsam über die Strassen hinweg ein, direkt in meinen Kopf, wo er sich dann festbeisst - als hätte ich diese Woche nicht eh schon genug davon. Es ist so bedrückend, dass ich mich ausgerechnet heute aus dem Bett schälen muss, um mich in die Kälte zu begeben. Oh, und der Aufschnitt im Kühlschrank: Nun, da ich sehe, dass das Verfalldatum bereits eine Woche zurückliegt - er hätte mir gestern wohl besser geschmeckt, wenn ich es heute nicht erfahren hätte. In meinem Kopf dann auch nicht viel weiter als die paar Phrasen: Herbst ist da, Winter steht vor der Tür; du schliesst die Fenster, verriegelst die Türen, ziehst dich zurück, willst nichts mehr wissen. Es ist kalt.

Edit: Ah, ich wusste doch, dass sie einem Lied entstammen, aus der weit entfernten Zeit, als ich noch Mitglied irgendeiner Singgruppe war; wahrscheinlich ist nicht alles richtig, aber eigentlich interessiert es mich auch nicht weiter.

Herbst ist da, der Sommer ist hin, leiser die Winde wehn. Hinter den Wäldern, über Feldern glänzet der Mond so schön.
Herbst ist da, so singe ein Lied, mag auch der Sommer vergehn. Heller die Sterne, näher die Ferne, glänzet der Mond so schön.
Herbst ist da, der Sommer verging, Vögel gen Süden zieh'n. Leer sind die Felder, stiller die Wälder, Wolken am Himmel flieh'n.
Herbst ist da, bald ruhet das Land, sommerlich Lied verklingt. Will nichts mehr fragen, will nichts mehr sagen, Nebel sein Spiel beginnt.
Herbst ist da, doch bleiben wir froh, singen, wie wirs gewohnt. Herzen erblühen, Sterne erglühen unter dem Erntemond.
Herbst ist da, der Sommer verging, das Sommerlied verklingt nie. Über den Wäldern, aus den Feldern klingt seine Melodie.
 
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: gloomy
 
 
14 November 2009 @ 07:33 am
"Wenn ich nichts sage, dann nicht, weil ich vergessen habe - nur, dass ich denke: Es spielt keine Rolle mehr."
 
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09 November 2009 @ 01:25 am
Ein Jahr hat zwölf Monate, je nachdem 365 oder 366 Tage. Ein Monat etwas mehr als vier Wochen, 28 oder 30 bis 31 Tage. Eine Woche umfasst sieben Tage, ein Wochenende zwei, ein Tag dauert 24 Stunden, 1440 Minuten, 86400 Sekunden. An zwei Wochentagen sitze ich bis halb sechs oder sechs Uhr in der Schule und fahre in der Dunkelheit nach Hause, finde mich nur wenige Stunden danach erschöpft im Bett wieder, um, so scheint mir, kurz darauf wieder aufzustehen und in den nächsten Tag zu stolpern. Die anderen Tage komme ich früh nach Hause, zwischen zwölf und ein Uhr, esse irgendwas Kleines oder lasse es ganz sein und versuche für den Rest des Tages, irgendwie mit mir selbst klarzukommen, angesichts irgendwelcher unsensiblen Idioten in meiner Kontaktliste nicht auszurasten und, wenn möglich, mich etwas anderem zu widmen als lediglich den Schulaufgaben und diesem Ding, bei dessem blossen Anblick ich nicht mehr weiss, was ich denken soll. Die Frustration staut sich auf, je später es wird, sodass der Faden bei mir meist abends reisst, die Kurzschlüsse während Gesprächen mit diesen sogenannten Abend- und Nachtkontakten stattfinden, sodass eben diese Menschen dann den Stromschlag abkriegen und mit der Zeit nur noch diese Seite von mir kennen. Ich bleibe zu lange wach, schiebe wichtige Dinge weiterhin vor mir her, will mich mit niemandem näher befassen als nötig, obwohl mich die Oberflächlichkeit und die kühle Distanz, in die das Ganze ausartet, anwidern, schliesse den Tag mit dem Austausch von Hasstiraden, Beschimpfungen, Verwünschungen und Flüchen ab und starte den nächsten mit einem erneuten Schlafdefizit.

Wenn man jemanden mag, kann man es kaum erwarten, diese Person wiederzusehen, erneut mit ihr zu sprechen, zu wissen, dass sie da ist. Die Zeit, in der man sie nicht sieht, erscheint einem unerträglich lange. Man fiebert stets der nächsten Begegnung hin, es ist eine Vorwärtsbewegung, in der man sich befindet, man ist rastlos, energisch, hat etwas im Visier. Das muss jetzt auch nicht unbedingt eine Person sein, keine zwischenmenschliche Beziehung. Es kann auch ein Projekt sein, an dem man arbeitet, eine Aktivität, der man gerne nachgeht, irgendetwas, dem man sich gerne widmet.

Im Moment jedoch, eine ganze Weile schon, ist es eine andere Art von Rastlosigkeit: Unruhe, da man nicht still sitzen kann. Man sucht nach etwas, spürt, dass etwas fehlt, und weiss doch nicht, was es ist, nach dem man Ausschau hält. Die Tage werden nicht unbedingt länger oder kürzer. Aber die Distanz macht einem nichts mehr aus, da man sowieso nicht mehr darauf wartet, sich kein Wiedersehen erhofft, alles fallen gelassen hat. Es gibt keine Zeitspanne mehr, die ertragen werden muss, es gibt kein Dazwischen, kein Hier, kein Dort. Die Stunden werden nicht länger gezählt, die Tage der Stille, die zwischen den Gesprächen liegen, nicht mehr als solche verzeichnet, die paar Male, die man dann doch miteinander spricht, nicht mehr geschätzt. Man bewegt sich nicht mehr, man lässt sich treiben: wohin, ist ungewiss, spielt keine Rolle, ist nicht die Frage. Vielleicht kommt dann ab und an etwas, das sich einst Lichtblick nannte. Aber weisst du was? Es ist mir trotzdem scheissegal. Es macht die Situation, dieses triste Etwas, den grauen Alltag, das, zu dem das einstige Lebensgefühl verkommen ist, nicht besser. Es ist zu spät, vorüber, wird nicht mehr registriert. Weg halt. Fort.
 
 
 
: depressed
 
 
08 November 2009 @ 02:06 pm
Ich träumte, wir, du und ich, seien komplett entzweigebrochen, Fremde, die sich nicht länger kennen. Zwei Menschen, die aneinander vorbeigehen und den Kopf nicht länger wenden, sich beim Anblick des andern nichts mehr denkend. Keine Bedenken, keine Rücksicht, keine Selbstvorwürfe, keine Anschuldigungen, kein Gruss: es wird einfach nicht mehr wahrgenommen. Wir sind in der Menge unbekannter Gesichter untergetaucht und haben einander irgendwo verloren, ohne den endgültigen Bruch wirklich zu bemerken. Es ist ein Prozess, der schon lange von statten gegangen ist und mit dem man sich bereits lange genug auseinandergesetzt hat, so lange schon, dass man sich, da es so weit ist, längst an die Umstände gewöhnt hat. Der letzte, kaum merkliche Schritt: ein rein formales Element, das das Ganze ein für alle Mal versiegelt.

Dies dann an die Konversation im letzten Eintrag anhängend, da genau davon die Rede ist:

(23:23) [] says:
kurz nur: denkst du das wirklich genau so.. oder bist du unsicher und versuchst irgendwie... dich selbst zu interpretieren..?

(23:26) Lethe says:
Keine Ahnung. Kennst du den Text von "Collapse the light into the earth"? 'I won't try to change your mind - but I wouldn't stop you if you wanted to stay.' Ob das nun an einen selbst gerichtet ist oder an den Gegenüber; ich sehe das so: Nun, da es bereits so weit gekommen ist, spielt es für mich keine Rolle mehr, es ist mir einerlei, ich bin defensiv, ignorant, ziehe mich zurück, werde zum Spielball meiner Laune und der Gegenwart. Soll es kommen, wie es will - es macht mir nichts mehr aus.
 
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: apathetic
 
 
07 November 2009 @ 11:00 pm
Es wird regnen. )

Ich habe heute einen Manhwa gelesen, dessen Erschaffer bereits zuvor ein Werk veröffentlicht hat, welches mich zutiefst berührte, wenn ich es bisher auch noch mit niemandem teilen konnte, und wurde erneut ergriffen. Dies ist die Wiedergabe einer Szene (elf Seiten, von links nach rechts gelesen) am Ende des fünften Bandes, wo die Übersetzung ihr Ende findet (ach ja, der Moment der Stille gen Ende ist nicht unbedingt da, aber es wirkte so, da die Doppelseite in der Mitte getrennt wurde, weswegen es wie ein wortloser Moment erscheint, wessen ich mir auch bewusst bin, aber ich dachte mir, es sei doch schön, dies zum Ausdruck zu bringen); zum Glück ist die dafür verantwortliche Scanlation-Gruppe aber noch aktiv an diesem Projekt, daher wird die Fortsetzung wohl nicht lange auf sich warten lassen. Ich kann mich gut in die Situation versetzen, sobald ich das Geschehen in eine uns vertrautere Ebene übertrage: Man befindet sich in einer Krise, es geht einem nicht gut, es geht der Beziehung nicht gut, und vielleicht täte man wirklich besser daran, dem Ganzen so bald wie möglich zu entfliehen, sich selbst aus der Lage zu befreien, um Schlimmerem zu entkommen, so lange es noch geht, und wahrscheinlich ist der Gegenüber sich dessen ebenso bewusst, weshalb er einen geradezu drängt, dies durchzuziehen, obwohl dies das Ende bedeutet, aber irgendwo fragt man sich dann doch, ob das das Richtige ist. Man hält inne, will die Situation gemeinsam bewältigen, das gemeinsam durchstehen, unabhängig davon, wie (un)realistisch dies auch scheint. Vielleicht ist das ja eine Prüfung, wer weiss. Vielleicht ist es gar der Partner, der einen hier prüft, die Aufrichtigkeit und Intensität der Gefühle in Frage stellt, die Treue testet, sich des Grads der Verbundenheit vergewissert, sehen will, woran er an einem ist, wie viel einem an ihm liegt. Es ist ja nicht so, als wäre mir das neu: Anderen Stolpersteine in den Weg legen und abwarten, ob sie hinfallen.
 
 
 
: melancholy
 
 
04 November 2009 @ 07:33 pm
Sag nicht, dass es dir leid tut. Mir tut es auch leid, dass wir beide so dumm sind, so töricht waren.
Aber womöglich ist dies nur zum Besten.
 
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: angry
: No Doubt - Don't Speak
 
 
 
 

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